Kurz gesagt: KMR Aufzuchtmilch ist ein vollständiger Muttermilchersatz für Kitten, die ohne Mutterkatze aufwachsen. Das Pulver wird im Verhältnis 1 Teil Pulver zu 2 Teilen lauwarmem Wasser angerührt und körperwarm (rund 38 °C) gefüttert. Ein neugeborenes Kätzchen braucht in der ersten Woche etwa alle zwei Stunden eine Mahlzeit, insgesamt rund 13–34 ml fertige Milch am Tag. Kuhmilch ist kein Ersatz und verursacht Durchfall. Und die wichtigste Regel überhaupt: Ein unterkühltes Kätzchen wird zuerst aufgewärmt, nicht gefüttert.
Dieser Ratgeber ist eine Anleitung für den Ernstfall – geschrieben für den Moment, in dem plötzlich ein Wurf ohne Mutter versorgt werden muss. Er erklärt der Reihe nach, was vor der ersten Fütterung passieren muss, wie viel gefüttert wird, wie die Technik aussieht, und woran man erkennt, dass es schiefläuft.
Wann Aufzuchtmilch überhaupt nötig ist
Aufzuchtmilch ersetzt die Muttermilch – nicht mehr und nicht weniger. Sinnvoll ist sie in vier Situationen:
- Die Mutterkatze fehlt. Verwaiste, ausgesetzte oder gefundene Kitten.
- Die Mutter nimmt die Jungen nicht an oder trennt einzelne Kätzchen vom Wurf ab.
- Die Milchleistung reicht nicht. Bei großen Würfen, nach Kaiserschnitt oder bei Gesäugeentzündung (Mastitis) wird zugefüttert – die Mutter bleibt dabei bei den Jungen.
- Ein einzelnes Kätzchen bleibt zurück. Der „Kümmerer" im Wurf, der beim Säugen nicht durchkommt.
Nicht nötig ist Aufzuchtmilch bei gesunden Kitten mit gesunder Mutter, und sie ist auch kein Leckerli für erwachsene Katzen. Die handelsübliche „Katzenmilch" aus dem Supermarktregal ist etwas völlig anderes: ein Snack, kein Alleinfuttermittel. Ein Neugeborenes stirbt damit.
Die drei Dinge, die vor der ersten Fütterung passieren müssen
1. Wärme zuerst – immer
Neugeborene Kätzchen können ihre Körpertemperatur in den ersten Lebenswochen nicht selbst regulieren. Ihre normale Körpertemperatur liegt in der ersten Lebenswoche nur bei etwa 35–36,5 °C und steigt erst ab der vierten Woche auf die 38 °C einer erwachsenen Katze.
Ein unterkühltes Kätzchen darf nicht gefüttert werden. Unter etwa 35 °C stellt der Magen-Darm-Trakt die Arbeit ein. Die Milch bleibt liegen, gärt und führt zu Aufblähen und Erbrechen – oft mit tödlichem Ausgang. Das Kätzchen wird zuerst über 30–60 Minuten langsam aufgewärmt (Wärmeflasche unter einem Handtuch, Heizkissen auf niedrigster Stufe, immer mit einer kühleren Ausweichzone, in die es kriechen kann), erst dann wird gefüttert.
Richtwerte für die Nesttemperatur: erste Woche etwa 30–32 °C, zweite und dritte Woche etwa 27 °C, ab der vierten Woche etwa 24 °C.
2. Die richtige Milch
Kuhmilch enthält zu viel Laktose, zu wenig Protein und zu wenig Fett für ein Kitten – und vor allem kein Taurin. Sie verursacht Durchfall und damit Austrocknung. Auch Ziegenmilch pur, Kondensmilch oder Säuglingsnahrung für Menschenbabys sind kein Ersatz.
Katzen sind strikte Fleischfresser und können zwei Aminosäuren nicht selbst herstellen: Taurin und L-Arginin. Ein Taurinmangel in den ersten Lebenswochen führt zu bleibenden Schäden an Herz, Netzhaut und Nervensystem. Deshalb muss ein Muttermilchersatz für Kitten beides enthalten. KMR Aufzuchtmilch liefert 2.400 mg Taurin und 2.000 mg L-Arginin pro Kilogramm Pulver.
Die passende Milch
3. Das Notfall-Rezept für die ersten Stunden
Wenn nachts um drei keine Aufzuchtmilch im Haus ist, ist die Überbrückung nicht Kuhmilch, sondern Flüssigkeit und Wärme: lauwarmes Wasser mit etwas Traubenzucker, tropfenweise gegeben, hält den Blutzucker stabil, bis am Morgen richtige Aufzuchtmilch beschafft ist. Das ist eine Notlösung für Stunden, nicht für Tage.
KMR richtig zubereiten
- Mischverhältnis: 1 Teil KMR Pulver auf 2 Teile lauwarmes Wasser. Erst das Wasser, dann das Pulver – so bilden sich weniger Klümpchen.
- Gut verrühren, bis keine Klumpen mehr zu sehen sind. Klümpchen verstopfen den Sauger, und das Kätzchen saugt sich müde, ohne satt zu werden.
- Temperatur prüfen: Die fertige Milch soll rund 38 °C haben – also körperwarm, wie die Milch der Mutterkatze. Ein Tropfen auf dem Handgelenk darf sich weder warm noch kalt anfühlen. Kalte Milch senkt die Körpertemperatur des Kätzchens; zu heiße verbrüht.
- Frisch zubereiten. Angerührte Milch hält im Kühlschrank maximal 24 Stunden und wird portionsweise erwärmt – nie in der Mikrowelle, die erzeugt heiße Stellen.
- Hygiene: Flaschen, Sauger und Spritzen nach jeder Mahlzeit auskochen oder sterilisieren. Neugeborene haben noch kaum Immunabwehr.
Praxistipp: Ein Pulvertrichter verhindert, dass das Milchpulver beim Umfüllen daneben geht – bei zehn Mahlzeiten am Tag ist das kein Detail.
Wie viel und wie oft: Fütterungstabelle nach Alter
Die verlässlichste Größe ist das Gewicht, nicht das geschätzte Alter. Die folgenden Werte beziehen sich auf fertig angerührte Milch (nicht auf Pulver) und gelten als Tagesmenge, aufgeteilt auf die angegebene Zahl der Mahlzeiten.
| Alter | Gewicht | Fertige Milch pro Tag | Mahlzeiten pro Tag | Magenvolumen pro Mahlzeit |
|---|---|---|---|---|
| Neugeboren | 50–125 g | 13,5–34 ml | 7 (alle 2–3 h) | 2–5 ml |
| 1. Woche | 150–225 g | 40–61 ml | 7 | 6–9 ml |
| 2. Woche | 250–325 g | 68–88 ml | 6–7 | 10–13 ml |
| 3. Woche | 350–425 g | 95–115 ml | 5–7 | 14–17 ml |
| 4. Woche | 450–500 g | 122–135 ml | 4–5 | 18–20 ml |
| 5. Woche | ab 550 g | ca. 148 ml | ca. 4 | ca. 22 ml |
Die Herstellerangabe von PetAg für KMR arbeitet mit Teelöffeln: Geburt bis 2. Woche 1–2 Teelöffel alle zwei Stunden bei bis zu zehn Fütterungen täglich, 3.–4. Woche 3–5 Teelöffel alle zwei Stunden bei bis zu acht Fütterungen. Beide Angaben führen zum selben Ergebnis – die Tabelle ist genauer, die Löffelangabe schneller.
Nachts durchfüttern? In der ersten Lebenswoche ja. Neugeborene haben kaum Energiereserven und unterzuckern schnell. Ab der zweiten Woche darf die Nachtpause auf vier bis sechs Stunden wachsen, ab der vierten Woche entfällt sie meist ganz.
Fütterungstechnik: der häufigste tödliche Fehler
Ein Kätzchen wird in Bauchlage gefüttert – so, wie es an der Mutter liegen würde: auf dem Bauch, den Kopf leicht angehoben, alle vier Pfoten auf der Unterlage.
Niemals auf dem Rücken wie ein Menschenbaby. In Rückenlage läuft die Milch in die Luftröhre. Das Ergebnis ist eine Aspirationspneumonie – eine Lungenentzündung, an der die meisten Kätzchen innerhalb weniger Tage sterben. Milch, die aus Nase oder Maul zurückläuft, ist ein Alarmzeichen: sofort absetzen, Kopf nach unten halten, abtropfen lassen.
Womit füttern?
- Flasche mit Sauger – die erste Wahl, sobald das Kätzchen den Saugreflex zeigt. Das Saugen stärkt die Gesichtsmuskulatur und das Kätzchen bestimmt selbst das Tempo. Sauger wie The Nipple gibt es in zwei Längen; bei sehr kleinen Kitten passt die Mini-Variante.
- Spritze mit Aufsatz – für sehr schwache Kätzchen ohne Saugreflex und für exakte Mengen. Eine 1-ml-Luer-Spritze mit weichem Luer-Spritzenaufsatz ist hier das Mittel der Wahl. Entscheidend: nur tropfenweise geben und dem Kätzchen Zeit zum Schlucken lassen. Wer den Kolben durchdrückt, flutet die Lunge.
- Sonde – nur durch Tierarzt oder erfahrene Pflegestelle.
Das brauchst du zum Füttern
Aufzuchtflaschen-Set 35 mlFlasche, Sauger und Reinigungsbürste – der schnellste Einstieg.
The Nipple SaugerIn Mini und Normal. Ersatzsauger gehören immer ins Haus.
Luer-Spritze 1 mlFür schwache Kätzchen ohne Saugreflex und exakte Mengen.
Luer-SpritzenaufsatzWeicher Nuckelaufsatz für die Spritze, 10 Stück.
Woran man merkt, dass es genug ist
Ein sattes Kätzchen lässt den Sauger los, hat einen leicht gerundeten – nicht prallen – Bauch und schläft ein. Zwang ist immer falsch: Überfütterung führt zu Durchfall, und Durchfall führt bei einem 100-Gramm-Tier innerhalb von Stunden zur Austrocknung.
Nach jeder Mahlzeit: Verdauung anregen
Kätzchen können in den ersten zwei bis drei Lebenswochen nicht selbständig Harn und Kot absetzen – die Mutter leckt den Bauch- und Genitalbereich, um den Reflex auszulösen. Diese Aufgabe übernimmt bei der Handaufzucht der Mensch:
Nach jeder Mahlzeit mit einem warmen, feuchten Tuch oder Wattepad sanft über Bauch, Genital- und Afterbereich streichen, bis Urin (nach jeder Mahlzeit) und Kot (ein- bis zweimal täglich) abgesetzt sind. Ohne diese Stimulation kommt es zu Harnverhalt und Verstopfung. Ab etwa der dritten Woche funktioniert es allein, dann kann die Katzentoilette angeboten werden.
Gewichtskontrolle: die einzige verlässliche Erfolgskontrolle
Einmal täglich zur gleichen Zeit wiegen, mit einer Küchenwaage auf Grammgenauigkeit, und die Werte notieren.
- Geburtsgewicht: etwa 90–110 g
- Tägliche Zunahme: 10–15 g
- Verdoppelung des Geburtsgewichts: nach etwa 7–10 Tagen
Ein Kätzchen, das zwei Tage in Folge nicht zunimmt oder abnimmt, gehört zum Tierarzt – nicht am nächsten Wochenende, sondern am selben Tag. Stagnierendes Gewicht ist das früheste und zuverlässigste Warnsignal, das die Handaufzucht kennt.
Entwöhnung ab der vierten Woche
Ab der dritten bis vierten Woche beginnt der Übergang zu fester Nahrung, abgeschlossen ist er meist zwischen der sechsten und neunten Woche, spätestens mit acht bis zehn Wochen.
- Woche 4: Aufzuchtmilch mit hochwertigem Kittenfutter zu einem dünnen Brei anrühren, flach auf einem Teller anbieten. Die meisten Kätzchen laufen zunächst hinein, statt zu fressen – das ist normal.
- Woche 5–6: Brei schrittweise dicker anrühren, Milchanteil reduzieren, Flaschenmahlzeiten streichen.
- Woche 7–9: Umstellung auf Nass- oder eingeweichtes Trockenfutter für Kitten. Ab jetzt steht immer frisches Wasser bereit.
Die sechs häufigsten Fehler bei der Handaufzucht
- Ein kaltes Kätzchen füttern. Der mit Abstand tödlichste Fehler. Erst wärmen, dann füttern.
- Rückenlage. Führt zur Aspirationspneumonie. Immer Bauchlage.
- Kuhmilch. Durchfall, Austrocknung, Taurinmangel.
- Zu schnell aus der Spritze. Tropfenweise, nie mit Druck.
- Stimulation vergessen. Ohne Bauchmassage kein Kotabsatz.
- Nicht wiegen. Ohne tägliche Waage merkt man das Problem erst, wenn es zu spät ist.
Wann sofort zum Tierarzt
- Gewichtsstillstand oder Gewichtsverlust über zwei Tage
- Anhaltender Durchfall oder Erbrechen
- Das Kätzchen ist schlaff, kalt und reagiert nicht mehr
- Kein Kotabsatz über mehr als 48 Stunden
- Milch tritt aus der Nase aus, Röcheln oder erschwerte Atmung
- Verweigerung mehrerer Mahlzeiten in Folge
KMR im Vergleich zu anderen Aufzuchtmilchen
Es gibt nicht die eine richtige Aufzuchtmilch. Entscheidend sind Tierart, Verträglichkeit und Verfügbarkeit – die beste Milch ist die, die das Kätzchen annimmt und verträgt.
| Produkt | Für | Basis | Besonderheit |
|---|---|---|---|
| KMR Aufzuchtmilch | Kitten | Magermilch- und Milchprotein | 39 % Protein, Taurin, L-Arginin, drei probiotische Kulturen, Omega-3; Anrührverhältnis 1:2 |
| Esbilac Aufzuchtmilch | Welpen | Magermilch- und Milchprotein | Das Hunde-Pendant zu KMR vom selben Hersteller PetAg |
| Canina Katzenmilch | Kitten | laktosereduzierte Milch | Für laktoseempfindliche Kätzchen, ergiebig durch Anrührverhältnis 1:4 |
| Beaphar Lactol Kitten | Kitten | Milchbasis | Vollwertiger Muttermilchersatz ab dem ersten Tag, weit verbreitet |
| Royal Canin Babycat Milk | Kitten | Milchbasis | Wird mit Aufzuchtflasche und drei Saugern geliefert |
| GimCat Kitten Goat Milk | Kitten | Ziegenmilch | Alternative bei Unverträglichkeit von Kuhmilchprotein |
| Farm Food No.1 | Kitten, Welpen, Kleinsäuger | Ziegenmilch | Auch für andere Jungtiere, in Großgebinden erhältlich |
| Carnimed CarniLac | Kitten, Welpen, Nager | Milchbasis | Universell für Karnivoren ab dem ersten Lebenstag |
| Beaphar Kleintier-Milch | Igel, Nager, Kleintiere | Milchbasis | Für Wildtier- und Kleintieraufzucht, nicht für Katzen gedacht |
Ein Wechsel der Milchsorte mitten in der Aufzucht sollte über zwei bis drei Tage schrittweise erfolgen – ein abrupter Wechsel führt fast immer zu Durchfall.
Was du für eine Handaufzucht wirklich brauchst
- Aufzuchtmilch – lieber eine Dose zu viel als nachts keine
- Eine Aufzuchtflasche mit passendem Sauger plus Ersatzsauger
- 1-ml-Spritzen mit weichem Aufsatz für schwache Kätzchen
- Eine Wärmequelle mit kühlerer Ausweichzone
- Eine grammgenaue Küchen- oder Briefwaage
- Weiche Tücher oder Wattepads zur Stimulation
- Ein Fütterungsprotokoll: Uhrzeit, Menge, Gewicht, Kotabsatz
- Optional Colostrum, wenn die Kätzchen keine Biestmilch der Mutter bekommen haben
Häufige Fragen
Kann ich Kuhmilch geben, bis ich Aufzuchtmilch habe?
Nein. Kuhmilch enthält zu viel Laktose und zu wenig Protein, Fett und Taurin und löst Durchfall aus, der ein Neugeborenes innerhalb von Stunden austrocknen lässt. Zur Überbrückung von wenigen Stunden eignet sich lauwarmes Wasser mit etwas Traubenzucker – nicht länger.
In welchem Verhältnis wird KMR angerührt?
1 Teil KMR Milchpulver auf 2 Teile lauwarmes Wasser, gut verrühren und körperwarm füttern. Andere Marken haben andere Verhältnisse – Canina Katzenmilch etwa wird 1:4 angerührt. Das Verhältnis nie schätzen, sondern auf der Packung nachlesen.
Wie oft muss ich nachts füttern?
In der ersten Lebenswoche alle zwei bis drei Stunden, auch nachts. Ab der zweiten Woche darf die Nachtpause auf vier bis sechs Stunden wachsen, ab der vierten Woche entfällt sie in der Regel.
Wie warm muss die Milch sein?
Etwa 38 °C, also körperwarm wie die Milch der Mutterkatze. Kalte Milch senkt die Körpertemperatur des Kätzchens und wird schlecht verdaut. Nie in der Mikrowelle erwärmen – dabei entstehen heiße Stellen, die den Rachen verbrühen.
Warum darf ich ein unterkühltes Kätzchen nicht füttern?
Unter etwa 35 °C Körpertemperatur stellt der Verdauungstrakt seine Tätigkeit ein. Die Milch bleibt im Magen liegen, gärt und führt zu Aufgasung und Erbrechen. Das Kätzchen wird deshalb erst über 30 bis 60 Minuten langsam aufgewärmt und dann gefüttert.
Warum ist Taurin für Kitten so wichtig?
Taurin ist eine für Katzen essenzielle Aminosäure, die der Körper nicht selbst bilden kann. Ein Mangel in den ersten Lebenswochen führt zu bleibenden Schäden an Herzmuskel, Netzhaut und Nervensystem. Jeder Muttermilchersatz für Kitten muss Taurin enthalten – KMR liefert 2.400 mg pro Kilogramm Pulver.
Woran erkenne ich, dass ein Kätzchen genug getrunken hat?
Es lässt den Sauger von selbst los, hat einen leicht gerundeten, nicht prallen Bauch und schläft anschließend ein. Zufüttern gegen den Widerstand des Kätzchens führt zu Durchfall und im schlimmsten Fall zum Verschlucken.
Muss ich die Kätzchen zum Koten anregen?
Ja, in den ersten zwei bis drei Lebenswochen. Nach jeder Mahlzeit wird der Bauch- und Genitalbereich mit einem warmen, feuchten Tuch sanft massiert, bis Urin und – ein- bis zweimal täglich – Kot abgesetzt werden. Ohne diese Stimulation kommt es zu Harnverhalt und Verstopfung.
Wie viel sollte ein Kätzchen pro Tag zunehmen?
10 bis 15 Gramm täglich. Das Geburtsgewicht von etwa 90 bis 110 Gramm verdoppelt sich in sieben bis zehn Tagen. Nimmt ein Kätzchen zwei Tage in Folge nicht zu oder ab, gehört es noch am selben Tag zum Tierarzt.
Ab wann bekommen die Kätzchen festes Futter?
Ab der dritten bis vierten Woche wird Aufzuchtmilch mit Kittenfutter zu einem dünnen Brei angerührt und flach angeboten. Der Übergang zu festem Futter ist meist zwischen der sechsten und neunten Woche abgeschlossen, spätestens mit acht bis zehn Wochen.
Kann ich KMR auch für Welpen verwenden?
KMR ist auf den Nährstoffbedarf von Katzen abgestimmt, insbesondere auf deren hohen Taurin- und Proteinbedarf. Für Hundewelpen gibt es vom selben Hersteller Esbilac. Im Notfall ist KMR für einen Welpen besser als gar nichts, dauerhaft aber nicht die richtige Wahl.
Wie lange ist angerührte Aufzuchtmilch haltbar?
Im Kühlschrank maximal 24 Stunden. Portionsweise entnehmen und im Wasserbad auf Körpertemperatur bringen. Reste aus der Flasche werden nach der Mahlzeit verworfen, weil Speichel die Milch verkeimt.
Hinweis: Dieser Ratgeber ersetzt keine tierärztliche Beratung. Bei kranken, geschwächten oder nicht zunehmenden Kätzchen ist der Tierarzt die erste Adresse – Handaufzucht ist immer eine Notlösung, keine gleichwertige Alternative zur Mutterkatze.
Quellen: PetAg Produktinformation KMR; Today's Veterinary Nurse, „Feeding Orphaned Kittens From Birth Through Weaning"; Orphaned Kitten Feeding and Stomach Capacity Table (Covington Veterinary Clinic); Uelzener Magazin, „Handaufzucht bei Katzen".

KMR Aufzuchtmilch
Esbilac Aufzuchtmilch