Pfotenschutz im Winter – so bleiben Hundepfoten gesund bei Kälte, Schnee und Streusalz

Pfotenschutz im Winter – so bleiben Hundepfoten gesund bei Kälte, Schnee und Streusalz

Hundepfoten sind täglich extremen Belastungen ausgesetzt – durch Hitze, Kälte, Streusalz und rauen Untergrund. Dieser Ratgeber erklärt, warum Pfotenpflege so wichtig ist, worauf du im Jahresverlauf achten solltest und wie du Pfoten effektiv schützt und gesund hältst.

Fellpflege beim Hund: Wie oft bürsten wirklich sinnvoll ist Du liest Pfotenschutz im Winter – so bleiben Hundepfoten gesund bei Kälte, Schnee und Streusalz 17 Minuten



Hunde lieben es, im Schnee zu toben – mit dem richtigen Pfotenschutz können sie das Winterwetter unbeschwert genießen.
Hunde genießen oft die winterliche Schneelandschaft in vollen Zügen, doch Eis, Kälte und vor allem Streusalz bedeuten Stress für die empfindlichen Pfoten. Gerade in Städten wird im Winter viel Salz gestreut, was die Ballenhaut austrocknet und reizen kann. Damit Ihr vierbeiniger Freund auch in der kalten Jahreszeit fröhlich und schmerzfrei draußen unterwegs sein kann, ist besondere Pfotenpflege gefragt. In diesem Ratgeber erfahren Sie, warum Pfotenschutz im Winter so wichtig ist, welche Gefahren lauern und mit welchen Maßnahmen Sie die Hundepfoten im Winter schützen können. Von vorbeugender Pflege über die richtigen Maßnahmen beim Gassigehen bis hin zur Nachsorge zu Hause – so bringen Sie Ihren Hund sicher durch die frostigen Monate, ohne dass die Pfoten leiden.

Gefahren für Hundepfoten im Winter: Kälte, Salz und Co.

Im Winter wirken verschiedene Faktoren auf die Pfoten Ihres Hundes ein, die zu Irritationen oder Verletzungen führen können. Streusalz ist einer der Hauptverursacher für wunde Pfoten im Winter. Das Salz entzieht der Haut Feuchtigkeit und macht sie rissig; gelangt es in kleine Risse oder zwischen die Zehen, verursacht es Brennen und Schmerzen. Zudem lecken viele Hunde nach dem Spaziergang das Salz von den Pfoten und nehmen es so in größerer Menge auf – das kann Magen-Darm-Probleme auslösen. Ein weiteres Problem ist Splitt oder Streusand: Die scharfkantigen Körner können die Ballen und die feine Haut zwischen den Zehen verletzen.

Auch die Kälte und Nässe setzen Hundepfoten zu. Wechselnde Temperaturen – drinnen warm, draußen eiskalt – lassen die Ballenhaut spröde werden. Schnee und Eis können sich zwischen den Zehenballen festsetzen und zu schmerzhaften Eisklumpen führen. Diese Schneeklumpen reiben beim Laufen und können Wunden oder Entzündungen verursachen. Insbesondere in langem Fell zwischen den Zehen bleiben Eis und Schnee leicht hängen, wenn man es nicht vorher stutzt. Darüber hinaus können Eisflächen kleine Schnitte in die Ballen ritzen, und an feuchten Pfoten können bei Minusgraden sogar leichte Erfrierungen auftreten (vor allem bei sehr langen Aufenthalten auf Schnee oder Eis). Insgesamt gilt: Ohne Schutz werden Pfoten durch Salz, Eis und Kälte stark strapaziert, werden rissig, spröde und wund.

Ein häufig unterschätztes Risiko ist auch das Schneefressen. Hunde, die Schnee fressen oder an vereisten Pfützen lecken, nehmen nicht nur eiskaltes Wasser, sondern oft auch Salz oder andere Schadstoffe auf. Dies kann zu „Schneegastritis“ führen – einer Reizung des Magens mit Erbrechen, Durchfall oder sogar blutigem Durchfall. Vermeiden Sie deshalb unbedingt, dass Ihr Hund Schnee frisst oder an gestreuten Flächen leckt. Wenn beim Spielen Schnee aufgenommen wird (etwa beim Schneeballfangen), brechen Sie das Spiel lieber ab, um Magenprobleme zu verhindern.

Welche Hunde sind besonders gefährdet? Grundsätzlich profitiert jeder Hund von Pfotenschutz im Winter, aber manche sind anfälliger: Stadthunde, die kaum auf ungestreute Wege ausweichen können, leiden häufiger unter Streusalz und haben öfter rissige Pfoten. Hunde mit empfindlicher Haut oder bestehenden Hauterkrankungen reagieren sensibler auf Salz und Kälte. Auch ältere Hunde mit weichen Ballen oder bestimmte Rassen mit weniger robusten Pfoten können schneller Probleme bekommen. Umgekehrt sind aktive Hunde, die viel im Schnee laufen (z.B. Schlittenhunde), zwar an Kälte gewöhnt, werden aber von ihren Haltern auch immer mit Pfotenwachs und/oder Pfotenschuhen geschützt. Beobachten Sie also die Pfoten Ihres Hundes im Winter besonders aufmerksam – je nach Empfindlichkeit und Umfeld kann der Pflegebedarf unterschiedlich sein.

 

Pfoten vorbereiten: Pflege vor dem Winterspaziergang

Bevor es nach draußen in Kälte und Schnee geht, können Sie einiges tun, um die Pfoten Ihres Hundes vorzubereiten. Pfotenhaare kürzen: Hat Ihr Hund längere Fellbüschel zwischen den Zehen und Ballen, sollten Sie diese im Winter vorsichtig trimmen. In langem Fell bleiben nämlich Schneeklümpchen, Streusalz und Dreck besonders gern haften. Durch gekürzte Pfotenhaare setzt sich deutlich weniger Eis und Schmutz fest, was das Risiko von Reizungen reduziert. Wenn Sie selbst unsicher im Schneiden sind oder Ihr Hund es nicht gut toleriert, kann auch ein Hundefriseur diese Aufgabe übernehmen. Wichtig ist, dass der Hund es gewohnt ist, an den Pfoten berührt zu werden – gewöhnen Sie ihn also in ruhigen Momenten daran, damit Trimmen und Eincremen stressfrei ablaufen können.

Schützende Salbe oder Wachs auftragen: Vor dem Spaziergang sollten Sie die Ballen Ihres Hundes mit einem geeigneten Pfotenschutzmittel einreiben. Spezielle Pfotenwachs oder Pfotenbalsam aus dem Fachhandel bilden einen schützenden Film über den Ballen und machen die Haut zugleich weicher und widerstandsfähiger. Auch Hausmittel wie Vaseline, Melkfett oder Hirschtalg erfüllen diesen Zweck und wurden traditionell eingesetzt. Die fetthaltige Schicht wirkt wie ein Imprägnierfilm: Sie weist Wasser ab, sodass weniger Nässe und Salz an die Haut gelangen. Zusätzlich bleibt Schnee weniger an den Pfoten haften und kann sich nicht so leicht zwischen den Zehen festsetzen. Achten Sie darauf, das Mittel gleichmäßig und nicht zu dick aufzutragen. Zu viel Creme kann nämlich dazu führen, dass Ihr Hund auf glatten Böden ausrutscht – am besten cremen Sie die Pfoten direkt draußen vor der Tür ein oder legen drinnen ein Handtuch unter. Viele Hunde finden Gefallen an der kleinen Pfotenmassage vor dem Gassigehen, und gut eingecremte Ballen reißen weniger schnell und werden nicht so spröde. Sollte Ihr Vierbeiner das Eincremen zunächst nicht mögen, bleiben Sie geduldig und loben ihn. Kurze Trainingseinheiten, in denen Sie die Pfoten anfassen und leicht massieren (ggf. mit Belohnung), helfen Ihrem Hund, sich daran zu gewöhnen.

Hundeschuhe bei empfindlichen Pfoten: Manche Hunde haben sehr weiche oder bereits rissige Ballen – für sie kann es sinnvoll sein, Hundeschuhe (Booties) anzuziehen. Pfotenschuhe bieten den umfassendsten Schutz vor äußeren Einflüssen wie scharfem Eis, Salz und Split. Gerade in der Stadt, wo kaum salzfreie Flächen verfügbar sind, sind Booties oft die einzige Möglichkeit, wunde Pfoten zu vermeiden. Wichtig ist, dass Sie Ihren Hund langsam an die Schuhe gewöhnen. Nicht jeder Hund akzeptiert Pfotenschuhe auf Anhieb – viele laufen anfangs merkwürdig oder verweigern das Gehen. Üben Sie das Tragen der Schuhe zunächst zuhause für kurze Zeit. Ein Tipp von Experten: Ziehen Sie Ihrem Hund testweise Baby- oder Kindersocken an, um zu sehen, wie er darauf reagiert. Toleriert er die Socken, stehen die Chancen gut, dass er auch richtige Hundeschuhe akzeptiert. Versucht er jedoch vehement, die Söckchen abzustreifen, wird er vermutlich auch Booties nicht mögen. Beginnen Sie mit wenigen Minuten Tragezeit und belohnen Sie Ihren Hund, wenn er ruhig stehen bleibt oder ein paar Schritte geht. Steigern Sie die Dauer allmählich. Achten Sie darauf, passende Hundeschuhe zu wählen: Sie sollten gut sitzen (weder abschnüren noch zu locker sein) und rutschfeste, wetterfeste Sohlen haben. Bei Matsch und Schneesulz empfiehlt es sich, ein etwas robusteres, wasserabweisendes Modell zu verwenden, damit keine Feuchtigkeit durchdringt. Haben Sie die Schuhe einmal passend eingestellt, steht einem entspannten Winterspaziergang nichts mehr im Wege. Falls Ihr Hund trotz Gewöhnung die Schuhe gar nicht toleriert, zwingen Sie ihn nicht – greifen Sie in dem Fall lieber auf die Pfotenwachs-Methode zurück und vermeiden Sie stark gestreute Wege so gut es geht.

 

Unterwegs: Tipps für den Winterspaziergang

Auch während des Spaziergangs gibt es einige Punkte, die Sie beachten sollten, um die Pfoten zu schonen und Verletzungen zu vermeiden. Längere Touren aufteilen: Bei klirrender Kälte sind statt einer einzigen langen Runde mehrere kürzere Spaziergänge über den Tag verteilt besser. So sind die Pfoten nicht zu lange am Stück der Kälte ausgesetzt und haben zwischendurch Zeit, sich aufzuwärmen und zu regenerieren. Ihr Hund kann sich so ausreichend lösen und austoben, ohne dass die Ballen durchgefrieren.

Gesalzene Wege meiden: Planen Sie Ihre Route möglichst so, dass Sie auf ungestreuten Wegen bleiben können – zum Beispiel im Wald, im Park oder auf Wiesenwegen. Abseits stark gestreuter Bürgersteige läuft es sich für den Hund deutlich angenehmer. Natürlich geht Sicherheit vor: Wenn es sehr glatt ist, wägen Sie ab, ob Sie nicht doch einen geräumten (ggf. gestreuten) Weg brauchen, insbesondere wenn Ihr Hund oder Sie selbst unsicher auf den Beinen sind. Ein Kompromiss kann sein, den Hund an kurzen kritischen Abschnitten zu tragen, falls es seine Größe zulässt, oder schnell auf eine schneebedeckte Fläche neben dem Weg auszuweichen. Für Ihre eigene Sicherheit gibt es übrigens Spikes zum Überziehen für Ihre Schuhe – damit können Sie auch auf eisigen Pfaden ohne Streusalz gehen, ohne auszurutschen.

Hund beobachten: Achten Sie unterwegs genau auf das Verhalten Ihres Vierbeiners. Bleibt er plötzlich stehen, humpelt er, hebt abwechselnd die Pfoten oder setzt sich hin und weigert sich weiterzugehen? Das sind Anzeichen, dass ihm das Laufen gerade Unbehagen bereitet. Häufig steckt dann ein Schneeklumpen oder ein Steinchen zwischen den Zehen, oder das Salz brennt an den Ballen. Kontrollieren Sie die Pfoten regelmäßig während des Gassigangs, insbesondere wenn Ihr Hund solche Signale zeigt. Entfernen Sie Fremdkörper oder Eisklümpchen sofort. Aber vorsicht: Festgefrorene Eiskristalle sollten nicht mit Gewalt herausgerissen werden – das würde weh tun und eventuell die Haut verletzen. Besser ist es, die Eisstücke mit der Wärme Ihrer Hand anzutauen oder den Pfoten kurz einen Hauch Körperwärme zu spenden, damit das Eis schmilzt. Im Zweifel können Sie auch eine mitgenommene Thermosflasche mit lauwarmem Wasser nutzen, um hartnäckige Eisbrocken vorsichtig aufzutauen. Es empfiehlt sich, ein weiches, feuchtes Tuch dabeizuhaben, um unterwegs groben Schmutz oder Salz von den Pfoten zu wischen[47]. So verhindern Sie, dass sich Reizstoffe lange an den Ballen halten, falls Ihr Hund zwischendurch Schutz braucht.

Halten Sie Ihren Hund außerdem davon ab, Schnee oder Eis vom Boden zu fressen. Wie oben erwähnt, können darin Salz oder andere Stoffe enthalten sein, die zu Durchfall und Erbrechen führen. Besonders kleine Hunde sollten bei tiefen Temperaturen gut im Blick behalten werden: Sie frieren schneller, da ihr Bauch näher am kalten Boden ist und sie oft weniger wärmende Unterwolle haben. Kleine Rassen beginnen bei Kälte eher zu zittern und heben ihre Pfoten abwechselnd, wenn ihnen kalt wird. In solchen Fällen hilft ein warmer Hundemantel, damit der gesamte Spaziergang angenehmer wird (für den Pfotenschutz ist nämlich auch wichtig, dass der Hund insgesamt nicht auskühlt und verkrampft). Wenn Ihr Hund also deutlich friert, brechen Sie den Spaziergang lieber ab oder ziehen Sie ihm einen wärmenden Mantel an, damit er sich draußen wohler fühlt.

 

Nach dem Spaziergang: Pfotenpflege zu Hause


Nach dem Winterspaziergang sollten die Pfoten gründlich gereinigt und gepflegt werden, damit Salz und Schmutz keine Chance haben.
Nach jedem Ausflug ins Winterwetter gilt: Pfoten waschen! Es ist ein Muss, die Pfoten Ihres Hundes nach dem Gassigehen von Salz, Schnee und Dreck zu befreien. Tun Sie dies möglichst bald, bevor der Hund sich selbst daran macht, die Pfoten abzulecken. Am einfachsten geht es mit einem lauwarmen Pfotenbad: Tauchen Sie jede Pfote kurz in eine Schale oder einen Eimer mit handwarmem Wasser und streichen Sie mit den Fingern durch den Zwischenzehenbereich. So lösen sich Salz und Splitt, die sich in den behaarten Zehenfalten festgesetzt haben, ganz leicht. Verwenden Sie nicht zu heißes Wasser – auf durchgekühlten Pfoten kann heißes Wasser als schmerzhaft empfunden werden. Eine milde Temperatur (lauwarm) reicht völlig aus, um Salz abzuspülen. Seife oder Shampoo sind in der Regel nicht nötig und würden die Haut nur zusätzlich austrocknen. Ein kleiner Insider-Tipp: Wenn Sie vor dem Spaziergang eine Schüssel mit warmem Wasser und einem Kamillentee-Beutel bereitstellen, ist das Wasser bei Rückkehr lauwarm abgekühlt und die Kamille wirkt leicht desinfizierend und beruhigend auf gereizte Pfoten.

Nach dem Bad trocknen Sie die Pfoten mit einem weichen Handtuch gründlich ab, auch zwischen den Zehenzwischenräumen. Prüfen Sie dabei gleich, ob Sie Rötungen, Risse oder kleine Verletzungen entdecken. Auch eventuell noch zwischen den Ballen steckende Steinchen oder Split-Reste sollten Sie entfernen. Falls die Ballen durch Kälte und Salz etwas ausgetrocknet oder rissig sind, massieren Sie nach dem Reinigen eine pflegende Salbe ein. Ideal sind Wund- und Heilcremes mit beruhigenden Inhaltsstoffen wie Ringelblume (Calendula) oder Arnika, die Feuchtigkeit spenden und Entzündungen vorbeugen. Eine Ringelblumensalbe beispielsweise kann wunderbare Dienste leisten, um spröde Ballen wieder geschmeidig zu machen. Auch hier gilt: Nicht übertreiben mit der Menge, damit die Ballen zwar gepflegt, aber nicht zu weich sind. Überschüssige Creme können Sie nach ein paar Minuten Einwirkzeit vorsichtig abtupfen.

Beobachten Sie nach dem Spaziergang, ob Ihr Hund sich ungewöhnlich viel an den Pfoten leckt. Exzessives Lecken kann ein Zeichen für Salzreizung sein. Durch das ständige Belecken werden die wunden Stellen aber eher schlimmer und es gelangt noch mehr Salz in den Magen-Darm-Trakt. In so einem Fall sollten Sie die Pfoten vielleicht ein zweites Mal mit klarem Wasser spülen und ggf. Ihrem Tierarzt Bescheid geben, falls starke Rötungen oder Schmerzen auftreten. In den meisten Fällen verhindert jedoch die konsequente Pfotenwäsche direkt nach dem Gassigehen, dass es überhaupt so weit kommt.

Machen Sie die Pfotenpflege zu einem angenehmen Ritual. Wenn Sie Ihrem Hund nach jedem Spaziergang ruhig die Pfötchen waschen, abtrocknen und begutachten, gewöhnt er sich schnell daran. Loben Sie ihn dabei oder geben Sie ein kleines Leckerli, damit er die Prozedur positiv verknüpft. So wird die tägliche Pfoteninspektion zur Normalität – ein großer Vorteil, denn Sie bemerken sofort, wenn etwas nicht in Ordnung ist, und Ihr Hund lässt die Behandlung ohne Stress über sich ergehen. Sollte Ihr Hund bereits wunde oder verletzte Ballen haben, gönnen Sie ihm ein paar Tage Schonung auf weichem Untergrund und vermeiden Sie vorerst Streusalz. Bei tiefen Rissen oder anhaltenden Entzündungen ziehen Sie lieber den Tierarzt zurate, um schlimmere Folgen auszuschließen.

 

Pfotenpflege-Produkte: Balsam, Hausmittel oder gar nichts?

Der Markt bietet zahlreiche Pfotenpflegeprodukte für den Winter an – von speziellen Pfotenbalsamen über Pfotenwachs bis zu Sprays. Viele Hundebesitzer fragen sich, ob diese wirklich nötig sind oder ob Hausmittel genügen. Tatsache ist: Eine fetthaltige Schicht auf den Ballen vor dem Spaziergang schützt vor Austrocknung und Salz. Dabei muss es nicht zwingend ein teures Markenprodukt sein – Vaseline oder Melkfett aus der Hausapotheke erfüllen einen ähnlichen Zweck. Hirschtalg-Creme ist ein altbewährtes Mittel, das in vielen Familien seit Generationen zur Pfotenpflege genutzt wird. Moderne Pfotenbalsame enthalten oft eine Mischung aus Wachsen (z.B. Bienenwachs) und Ölen, die gut haften und gleichzeitig pflegend wirken. Wichtig ist weniger das Produkt selbst als die regelmäßige Anwendung in Maßen: vor dem Gassigehen aufgetragen, verhindert es, dass Nässe und Salz die Ballenhaut sofort angreifen. Nach dem Gassigehen dienen pflegende Salben zur Regeneration der Haut. Hunde mit unempfindlichen Pfoten kommen mit der minimalen Routine – Wachs vor dem Rausgehen, Waschen danach – oft bestens durch den Winter. Empfindliche Hunde, oder solche, die schon leichte Schädigungen an den Ballen haben, profitieren von zusätzlicher Pflege nach dem Spaziergang. Hier kann ein hochwertiger Pfotenbalsam mit Kräuterextrakten helfen, die Heilung zu fördern.

Allerdings sollte man es mit der Pflege nicht übertreiben. Zu weiche Ballen durch ständige Eincremung könnten an Widerstandskraft verlieren, wie manche Hundehalter beobachtet haben. Eine Tierschutzorganisation berichtet beispielsweise, dass die Ballenhaut ihrer Hunde nach häufigem Einölen zwar ganz zart, aber auch weniger strapazierfähig war – Steinchen und rauer Asphalt führten dann schneller zu Wunden. Das heißt nicht, dass Pfotensalbe schlecht ist, sondern dass man die Balance finden muss: Genügend Schutz, aber nicht nonstop „weich halten“. Beobachten Sie die Pfoten Ihres Hundes und sprechen Sie im Zweifel mit Ihrem Tierarzt. Jeder Hund ist individuell, und je nach Aktivität, Hauttyp und Umgebung kann das optimale Pflegemaß unterschiedlich ausfallen. Manchen genügt es, nur bei Eis und Streusalz zu cremen, andere brauchen täglich etwas Pflege. Übertreiben sollten Sie es jedoch nicht – manchmal ist weniger mehr, solange Sie aufmerksam bleiben und die Ballen regelmäßig kontrollieren.

 

Hundeschuhe: Sinnvoller Pfotenschutz oder überflüssig?

Die Frage „Braucht mein Hund Hundeschuhe im Winter?“ hängt vom Einzelfall ab. Wie oben beschrieben, sind Pfotenschuhe insbesondere dann sinnvoll, wenn Ihr Hund sehr empfindliche, verletzte oder rissige Ballen hat und Sie viel auf Salz und Eis unterwegs sind. Für Hunde, die bereits Wunden an den Pfoten haben, können Booties sogar die einzig wirklich sichere Möglichkeit sein, weitere Schäden zu verhindern. Sie bilden eine physische Barriere und lassen weder Salz noch Kälte an die Pfote. Gerade in Städten mit dauerhaft gestreuten Wegen sind sie oft ein Segen. Doch für einen robusten Landhund, der hauptsächlich auf schneebedeckten Feldwegen läuft, sind Schuhe meist nicht nötig.

Wenn Sie sich für Hundeschuhe entscheiden, achten Sie auf gute Passform. Der Schuh muss fest sitzen, ohne zu drücken. Zu große Schuhe rutschen leicht ab oder bringen den Hund ins Stolpern, zu enge können die Durchblutung stören. Messen Sie die Pfote Ihres Hundes (Breite und Länge der belasteten Pfote) und vergleichen Sie mit den Herstellerangaben. Viele Modelle haben Klettverschlüsse, um sie am Gelenk zu fixieren. Prüfen Sie, ob das Material wasserabweisend ist – gerade bei Schneematsch sollte kein Wasser eindringen. Für sehr niedrige Temperaturen gibt es sogar gefütterte Schuhe, die zusätzlich wärmen. Dennoch: Die meisten Hunde müssen das Laufen mit Schuhen erst lernen. Seien Sie nicht enttäuscht, wenn Ihr Hund anfangs die Pfote komisch hochhebt oder die Schuhe abstreift. Mit Geduld und Übung klappt es oft nach einigen Versuchen. Sollte Ihr Hund trotz allem partout nicht mit Schuhen laufen wollen, erzwingen Sie es nicht. In dem Fall konzentrieren Sie sich lieber auf andere Pfotenschutzmaßnahmen (Pfotenwachs, meiden von Salz usw.) – es gibt Hunde, die kommen ihr Leben lang ohne Schuhe zurecht, solange man auf ihre Pfoten anderweitig achtgibt.

 

Extra-Tipps für die kalte Jahreszeit

Zum Abschluss noch ein paar allgemeine Wintertipps, die indirekt auch den Pfoten zugutekommen: Halten Sie Ihren Hund insgesamt warm und trocken. Ein durchgefrorener Hund neigt eher zu Verspannungen und wund geleckten Pfoten, weil die Kälte unangenehm ist. Trocknen Sie deshalb nach dem Spaziergang nicht nur die Pfoten, sondern auch das Fell ab, falls es nass geworden ist. Lassen Sie den Hund nicht auf kalten Fliesen oder nassem Untergrund liegen, sondern geben Sie ihm einen warmen Platz, an dem er sich aufwärmen kann. Bewegung in Maßen: Toben im Schnee macht Spaß, aber zwischendurch kann eine Pause drinnen Wunder wirken, damit Pfoten und Muskeln sich erholen. Außerdem sollten Sie im Winter auf die Sichtbarkeit achten: In der dunklen Jahreszeit gehören reflektierende Halsbänder oder Leuchthalsbänder zur Grundausstattung – so sind Sie und Ihr Hund für Autofahrer gut erkennbar, falls Sie abends unterwegs sind.

 

 

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